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Berlin – tiefste Provinz. Mahler meint am 6.11.2017

Dass es um die Allgemeinbildung, die Weltoffenheit und die Toleranz nicht zum Besten bestellt ist wussten wir schon. Auf dem Land in Oberbayern, Mecklenburg oder Sachsen-Anhalt. Aber in der Metropole Berlin? In der Stadt, in die die halbe Welt reist um etwas vom Geist des friedlichen Miteinanders der Kulturen zu schnuppern regen sich auch revanchistische Kräfte. Geschürt von der AfD, der Bild-Zeitung und RTL II entblöden sich deutsche Mitbürger nicht, in Neukölln gegen einen Spielplatz zu hetzen, der an das Kindermärchen Ali Baba und die 40 Räuber angelehnt ist.
Ich durfte das noch mit Begeisterung lesen, war als kleiner Junge fasziniert von der fremden, mystischen und abenteuerlichen Welt des Orient. Immerhin bin ich nur 8 Jahre nach dem Spuk am deutschen Wesen soll die Welt genesen geboren.
Ja, es stimmt. Diese Neugierde auf das Fremde, auf die große weite Welt, diese Angst vor dem Fremden haben uns nicht nur die rechten Hetzer und die tumben Massenmedien verdorben sondern auch die Hassprediger und der Islamische Staat. Aber wir dürfen sie nicht siegen lassen. Ebenso wie die Anschläge in Paris die Stadt und das ganze Land zu einer Trotzreaktion herausgefordert haben so wehrt sich auch die große Mehrzahl der Berliner zum Beispiel auf dem Karneval der Kulturen gegen Stumpfsinn, Rückzug ins provinzielle Denken und Fremdenfeindlichkeit.
Ja, liebe Neuköllner, das fängt im Kindergarten an und auf den Spielplätzen.
Wenn wir den Spielplatz in Neukölln verteidigen verteidigen wir das System der weltoffenen Gesellschaft. Und das lohnt sich allemal.
 
 

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