Mahler meint am 21.02.12 um 22:30 Uhr:
Am Freitag traf es uns noch wie ein Keulenschlag – jetzt hat sich der Pulverdampf etwas gelegt. Die Ära Bundespräsident Wulff gehört nach nicht einmal 2 Jahren der Vergangenheit an. Wie viel Bestechlichkeit, wie viel Vorteilsnahme, wie viel Korruption sind tolerierbar? Die, die lange lautstark den Kopf des Präsidenten gefordert haben, sollten sich an die eigene Nase fassen. Ich hab es getan und bin erschrocken. Wo fängt es denn an? Was ist denn mit den netten Geschäftsessen in einem Top-Lokal? Welche kleinen Geschenke der Geschäftspartner schlage ich denn schon aus? Was mache ich mit meinen auf Geschäftsflügen gesammelten Flugmeilen? Lasse ich meine guten Beziehungen nicht spielen, wenn es um einen guten Job für eins meiner Kinder geht? „Der Teufel scheißt immer auf den großen Haufen“ – das ist ein derbes Sprichwort, aber da ist was dran. Vorteile genießen fast ausnahmslos die, die eigentlich schon genug haben. Wie vornehm wird in dem Wort Privileg verheimlicht, dass Vorrechte fast ausnahmslos Unechte sind. Das gilt für Herrn Wulff – und für uns alle. Joachim Gauck konnte man in der Vergangenheit öfter mal in Schöneberg Fahrrad fahrend antreffen. Er ist der Mann, den Deutschland jetzt braucht. Oder: die späte Korrektur einer falschen Wahl vor 1 ½ Jahren.
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