21.07.2010 Die tägliche Andacht

Mittwoch, 21. Juli

 

Bibellese: Johannes 6,16-21
Lied: Herr Jesu Christ, dich zu uns wend (EG 155/GL 516)
KL: Sach 8,9-17; Lk 14,7-14
LL: Jer 1,4-10; Mt 13,1-9

 

Er aber rief ihnen zu: Ich bin es; fürchtet euch nicht. Johannes 6,20

 

Mit diesen Worten gibt sich Jesus seinen Jüngern zu erkennen. Sie sitzen allein in ihrem Boot bei hohem Seegang, und sie fürchten sich. Die Szene wird in den Evangelien mehrfach erzählt. Es ist wohl die Ursituation der Jünger Jesu zu allen Zeiten. Sie sitzen allein im Boot, und sie fürchten sich, Gründe dafür gibt es auch heute genug: Anfeindungen von außen, Zweifel von innen, Sorge um die Zukunft, fehlendes Gottvertrauen. Unglaube ist der ständige Gegenspieler des Glaubens. Jesus weiß es. „In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden“, sagt er seinen Jüngern zum Abschied. (Joh 16,33)
Die Szene auf dem See konnte so erst nach Ostern erzählt werden. Da war den Jüngern der Auferstandene schon mehrfach sichtbar begegnet, auf dem Weg nach Emmaus, am Ufer des Sees Tiberias, ja selbst bei fest geschlossenen Türen „aus Furcht“ (Joh 20,19). Seitdem lebten sie in der Gewissheit, dass Jesus als der Auferstandene und Lebendige bei ihnen ist „alle Tage bis an der Welt Ende“.

 

Diesen Glauben haben sie weitergegeben bis zu uns, und so gilt auch uns das Wort des Überwinders: „Ich bin es; fürchtet euch nicht!“ Denn in ihm ist uns die Liebe des Vaters begegnet, die auch durch Leid und Tod nicht aufgehoben werden kann. Deshalb müssen wir die Mächte dieser Welt nicht fürchten, die uns Angst machen, uns abbringen wollen vom Glauben. Denn Er ist mit uns auf dem Wege, mitten im Sturm, im Dunkel der Anfechtungen und auch im Leiden, ja, Er hat dem Tode die Macht genommen.

 

„Fürchte dich nicht, ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige“, sagt der Erhöhte im letzten Buch der Bibel (Offb 1,17). Aus dieser Zusage lebt die Kirche bis heute, auch wenn es genug Anlass zu Furcht und Unglauben gibt. Unser Herr lebt, und er ist ganz nah bei uns, näher, als wir oft denken. Dann fragt er auch uns: Erkennt ihr mich denn nicht?

 

Günter Krusche

 

Aus "Brot für den Tag 2010" – Tägliche Andachten zur Bibellese.

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